Der weiße Streifen zwischen Parkfläche und Radweg wird Sicherheitstrennstreifen genannt. Sie kommen in der Regel überall da zum Einsatz, wo der Radverkehr entlang von parkendem Fahrzeugen fährt. Der Streifen, in der Regel eine einfache weiße Linie, schafft den sogenannten Dooring-Bereich - abgeleitet vom englischen Wort "door" für "Tür".
Der in der Regel 50 bis 75 Zentimeter breite Bereich soll Radfahrende davor schützen, durch unbedacht geöffnete Beifahrertüren verletzt zu werden. Die sogenannten Dooring-Unfälle sind eine häufige Unfallursache zwischen Radfahrenden und Autofahrer*innen. Der Dooring-Bereich darf aus Sicherheitsgründen nicht beparkt werden.
Leider wird der Schutztrennstreifen häufig fehlinterpretiert, und Autofahrende nutzen die Dooring-Zone zur Beparkung beziehungsweise zum aufgesetzten Parken. Hierdurch kommt es in der Folge zu Unfällen zwischen Radfahrenden und Autofahrenden oder auch gefährlichen Situationen zwischen Fußgänger*innen und Radler*innen, da die Radfahrenden gezwungen werden, den sich öffnenden Autotüren auszuweichen, indem sie auf den daneben liegenden Gehweg fahren.

Um die Sichtbarkeit und das Verständnis für die Wichtigkeit des Dooring-Bereichs im gemeinsamen Miteinander zu unterstreichen, markiert die Landeshauptstadt München bei Neubauprojekten standardmäßig die Fläche zwischen baulichem Radweg und Parkfläche als Sperrflächen und rüstet in ausgewählten Straßen mit bestehenden Sicherheitstrennstreifen die Sperrfläche nach. Die Beparkung der schraffierten Fläche stellt rechtlich eine Ordnungswidrigkeit dar und kann gegebenenfalls entsprechend sanktioniert werden.

(Die Fotos zeigen Beispiele für Sperrflächenmarkierungen in der Radlkofer-, Dachauer und Von-der-Tann-Straße.)
Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ist ein Baustein für eine höhere Verkehrssicherheit. Doch wie lassen sich Dooring-Unfälle generell vermeiden? Im untenstehenden Artikel finden Sie weitere Tipps für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr.