Vor der Gelbmarkierung von Radwegen mussten in der Martin-Luther-Straße Radelnde gemeinsam mit dem Autoverkehr bei Tempo 50 ohne Schutz auf der Straße fahren. Der Abschnitt war damit eine bedeutende Lücke im Münchner Radwegenetz, an die jedoch nördlich und südlich schon bestehende Radwege anschließen.
Auch am Giesinger Berg und der anschließenden Kreuzung mit der Silberhorn- und der Ichostraße ist die Aufteilung des öffentlichen Raumes angesichts stark steigender Fuß- und Radverkehrsanteile nicht mehr zeitgemäß: Die große Kreuzung vor der Kirche kann bisher nur über eine nicht-barrierefreie Unterführung gequert werden und die meisten Flächen dort sind ausschließlich dem Autoverkehr vorbehalten. Tatsächlich legen die Münchner*innen mittlerweile (Stand 2023) nicht weniger als 33 Prozent ihrer Wege zu Fuß und weitere 21 Prozent ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück. Auf dem Weg zur Arbeit sind 26 Prozent mit dem Rad unterwegs. (Mehr Informationen zu den Studienergebnissen HIER).
Für die unmittelbar benachbart gelegene Grund- und Mittelschule war die Kreuzung ebenfalls problematisch und wiederkehrendes Thema bezüglich der Schulwegsicherheit.
Zukünftig soll es weniger Konflikte am Giesinger Berg geben, durch eine klare Trennung von Fuß- und Radverkehr – auch bergauf. Die neuen baulichen Radwege werden zwei Meter breit, sodass sicher überholt werden kann.
Am unteren Ende des Giesinger Berges wird es nach dem Umbau eine neue Querung für den Radverkehr auf Höhe Hebenstreitstraße geben sowie eine direkte Verbindung unter der Eisenbahnbrücke Richtung Kolumbusstraße.
Die große Kreuzung oben vor der Kirche konnte bisher nicht ebenerdig überquert werden. Lediglich eine nicht-barrierefreie Unterführung, stand zur Verfügung. Mit dem Umbau des Giesinger Berges und der Martin-Luther-Straße wird auch dieser Stadtraum deutlich aufgewertet und die Aufenthaltsqualität erhöht. Von den ebenerdigen, barrierefreien Querungen profitieren unter anderem Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen und Rollstuhlfahrende.
Auch aus Sicht der Schulwegsicherheit ist eine oberirdische, signalisierte Querung der stark befahrenen Straßen rund um das Schulgelände wichtig. Dies minimiert gefährliche Überschreitungen außerhalb gesicherter Querungseinrichtungen und verbessert die Erreichbarkeit der Ichoschule von allen Seiten.
Für den motorisierten Fahrverkehr stehen künftig insgesamt drei Fahrspuren zur Verfügung, davon zwei bergauf, sowie eine bergab. Dadurch kann eine reine Linksabbiegespur in die Silberhornstraße angeboten werden, was insbesondere dem stadtausfährts fahrenden ÖPNV zu Gute kommt. Der Umbau schafft außerdem die Möglichkeit, eine gesonderte Rechtsabbiegespur von der Martin-Luther-Straße in die Silberhornstraße bei gleichzeitigem Rückbau des freilaufenden Rechtsabbiegers einzurichten und somit einen großen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrsicherheit im Sinne der Vision Zero zu leisten.
In der Martin-Luther-Straße wurden als schnelle Maßnahme bereits im Oktober 2023 Radfahrstreifen auf der Straße gelb abmarkiert und damit eine eigene Infrastruktur für Radelnde zur Schließung dieser bedeutenden Netzlücke geschaffen.
| Straße | Giesinger Berg/ Martin-Luther-Straße |
| Anzahl Fahrstreifen | bisher je Fahrtrichtung zwei |
| Verkehrsstärke Kfz/24h | zirka 23.000 |
| Verkehrsstärke Rad | zirka 500 in 8 Stunden vor Markierung der Radwege in der Martin-Luther-Straße |
| Streckenlänge in km | 0,7 km |
| Radverkehrsinfrastruktur Bestand | abschnittsweise schmale Radfahrstreifen, gemeinsame Geh- und Radwege oder keine Radverkehrsanlagen |
aufgrund zuvor in der Martin-Luther-Straße vollständig fehlender Radinfrastruktur insbesondere auf der östlichen Straßenseite besonderer Handlungsbedarf