Die repräsentative Befragung, die durch das Sinus-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales im Zwei-Jahres-Rhythmus erfolgt, erfasst die Meinungen und Erfahrungen von Menschen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren.
Die Landeshauptstadt München nimmt bereits seit 2021 an der Studie teil. Hierdurch können interessante Zeitvergleiche zur Entwicklung des städtischen Radverkehrs gezogen werden. Die Landeshauptstadt hat den Fragenkatalog um spezifische Fragestellungen für München erweitert und kann so Erkenntnisse zu Infrastruktur, Shared-Mobilty-Angeboten, Beteiligungsformaten und Kampagnen gewinnen. Diese Daten bilden eine der wichtigen Grundlagen für die Weiterentwicklung der Radverkehrspolitik und die Verbesserung der Infrastruktur.
Im Folgenden finden sich einige ausgewählte Ergebnisse. Der kompletten Studienband der Erhebung 2025 aus München sowie die Ergebnisdarstellungen mit Diagrammen sind über den untenstehenden Downloadlink herunterladbar.
Fahrradnutzung und Einstellungen
- 48 Prozent der Münchner*innen zwischen 14 und 69 Jahren nutzen das Fahrrad beziehungsweise das Pedelec regelmäßig, das heißt sie fahren täglich oder mehrmals pro Woche - als Verkehrsmittel und / oder in ihrer Freizeit. Damit liegt München etwa im bundesweiten Durchschnitt der Städte mit über 500.000 Einwohnenden (gesamtdeutscher Durchschnitt: 47 Prozent). Generell sind 78 Prozent der 14- bis 69-Jährigen in München Radfahrende, das heißt sie nutzen das Fahrrad oder Pedelec mindestens selten.
- Die Abstellsituation für Fahrräder wird von Münchner Radfahrer*innen unterschiedlich bewertet. Sofern eine Beurteilung möglich, bewerten Radfahrende die Abstellsituation am besten in ihrer privaten Wohnumgebung (67 Prozent vergeben ein sehr gut / gut), an der Schule / Universität und bei der Arbeits-/Fortbildungsstätte (jeweils 59 Prozent). Weniger zufrieden sind Radfahrende dagegen mit den Abstellmöglichkeiten im Orts-/ Stadtzentrum (30 Prozent vergeben sehr gut / gut in München), an ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen (30 und 29 Prozent).
- Radfahrende in München nutzen vor allem herkömmliche Fahrräder (48 Prozent), gefolgt von Mountainbikes (23 Prozent). Pedelecs nutzen aktuell 18 Prozent der Radfahrenden und Lastenräder (nicht-elektrisch oder elektrisch) vier Prozent der Radfahrenden.
Sicherheit und Stimmungsbild
- Das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden im Straßenverkehr in München liegt bei 67 Prozent und damit über dem Durchschnitt in deutschen Großstädten (54 Prozent).
- Beim Thema „Tragen eines Fahrradhelms“ lässt sich ein positiver Trend erkennen: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Radfahrenden in München trägt immer (34 Prozent) oder meistens (24 Prozent) einen Fahrradhelm. Damit liegt München über dem bundesweiten Niveau von 46 Prozent. Gegenüber den Vorjahren ist ein kontinuierlicher und deutlicher Zuwachs zu verzeichnen (2023: 51 Prozent, 2021: 40 Prozent).
Bewertung der Politik und Wünsche
- Die Mehrheit in München bewertet die Politik als fahrradfreundlich: Für die Fahrradpolitik des Bundes vergeben 61 Prozent der Münchner Befragten die Schulnoten 1 bis 3 (deutschlandweit 51 Prozent). Die Landesregierung erhält von 68 Prozent diese Schulnoten (deutschlandweit: 63 Prozent). Am besten bewertet wird die Kommunalpolitik mit 77 Prozent (deutschlandweit: 66 Prozent).
- Die dringlichsten Forderungen aller Befragten in München an die Politik lauten:
- Trennung der Radfahrenden von PKW-Fahrenden (48 Prozent)
- Bau von mehr Radwegen (45 Prozent)
- Trennung der Radfahrenden von Zufußgehenden (42 Prozent)
Fazit
Die Ergebnisse des Fahrradmonitors 2025 können für München insgesamt positiv bewertet werden, aber Themen wie das durchwachsene Sicherheitsgefühl der Radfahrenden oder die als wenig zufriedenstellend wahrgenommene Abstellsituation für Fahrräder an Bahnhöfen und ÖPNV-Haltestellen nimmt die Landeshauptstadt München selbstverständlich als Ansporn, um weitere positive Entwicklungen zu unterstützen: unter anderem mit der Vision Zero, zusätzlichen Verbesserungen der Radinfrastruktur und der Erarbeitung eines Bike-and-Ride-Konzepts.