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News vom 28. Januar 2026
Neugestaltung des Straßenraums

Weißenburger Straße: Ergebnisse zur Testphase der Fußgängerzone

Rund 300 Anwohnende, Gewerbetreibende und weitere Interessierte sind gestern in Haidhausen zur Vorstellung der Ergebnisse durch das Mobilitätsreferat zusammengekommen. Die Evalution zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Befragten wünscht sich grundsätzlich eine Veränderung vor Ort.

Foto: LHM/MOR

Weißenburger Straße: Ergebnisse zur Testphase der Fußgängerzone

Vor und während der Testphase wurden Verkehrszählungen im betroffenen Straßenabschnitt zwischen dem Weißenburger und dem Pariser Platz und im umliegenden Straßennetz sowie Parkraumerhebungen im gesamten Lizenzgebiet Franzosenviertel durchgeführt. Die Zahlen zeigen, ob und wie sich die Fußgängerzone auf den Kraftfahrzeug (Kfz)-, den Fuß-, den Rad- und den Lieferverkehr ausgewirkt hat. Daneben wurden Anwohnende, Gewerbetreibende und Passant*innen befragt. Außerdem floss das Feedback aus Informationsveranstaltungen, Bürgersprechstunden oder Mails in die Bewertung ein. Wie untenstehende Grafik zeigt, ist eine deutliche Mehrheit der Befragten grundsätzlich für eine Veränderung der Weißenburger Straße.

 

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Verkehrszahlen

Während der Testphase der Fußgängerzone nahm der Fußverkehr um rund zwölf Prozent zu, blieb mit 91 Prozent allerdings überwiegend auf den Gehwegen. Der Kfz-Verkehr ging um rund 85 Prozent zurück, die verbleibenden etwa 15 Prozent waren vor allem auf Lieferverkehre und verstärkte Grundstückszufahrten mangels Parkmöglichkeiten am Straßenrand zurückzuführen. Der Parkdruck nahm zu, da im Bereich der Fußgängerzone keine Parkmöglichkeiten bestanden. Der Kfz-Verkehr verlagerte sich vor allem in die nächstgelegenen Umfahrungsmöglichkeiten. Gleichzeitig waren in anderen Straßenabschnitten etwas weniger Kraftfahrzeuge unterwegs.

Für den Radverkehr war die Fußgängerzone während der Testphase in Schrittgeschwindigkeit freigegeben, dementsprechend waren rund 18 Prozent mehr Radler*innen als vorher dort unterwegs. Die Befragungen ergaben, dass grundsätzlich Einverständnis mit dem Radverkehr in der Fußgängerzone bestand, es jedoch auch Probleme bei der Einhaltung der Regeln gab. Lieferungen waren während der Testphase zeitlich eingeschränkt oder mit gesonderter Erlaubnis auch darüber hinaus möglich. So fanden etwa 41 Prozent der Liefervorgänge außerhalb der Lieferzeit statt.

Einkaufsstandort „Weißenburger Straße“

Befragte Passant*innen nannten als Besuchsgrund hauptsächlich „Einkaufen“, etwa 12 Prozent häufiger als vor der Testphase. Auch bei den Anwohnenden war „Einkaufen“ der Hauptbesuchsgrund, allerdings mit einem leichten Rückgang um 3,5 Prozent gegenüber der Zeit vor der Testphase. Von den Gewerbetreibenden, deren Läden im Abschnitt der Fußgängerzone liegen, beteiligte sich knapp die Hälfte an der Befragung. Davon gab etwa die Hälfte an, dass es seit dem Beginn der Testphase der Fußgängerzone hinsichtlich der Kundenfrequentierung sowie des Umsatzes zu keinen oder positiven Entwicklungen gekommen sei. Die andere Hälfte nahm eine Verschlechterung wahr. Zudem sorgten sie sich um die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte für die Kundschaft.

Aufenthaltsqualität

„Verweilen“ als Zweck des Aufenthalts im Abschnitt der Fußgängerzone hat sich während der Testphase mehr als verdrei- beziehungsweise verfünffacht – von zuvor etwa neun Prozent auf knapp 29 Prozent unter den befragten Anwohnenden, von gut sieben Prozent auf fast 38 Prozent bei den Passant*innen. Zudem zeigte sich während der Testphase eine große Einsatzbereitschaft der Bürgerschaft für die Aufwertung des Straßenraums. Die temporäre Umgestaltung des Straßenabschnitts lud nur bedingt dazu ein, auf der Fahrbahn zu laufen – mehrfach wurde der Wunsch nach einer wertigen, umfassenderen Ausstattung geäußert.

Nach der Vorstellung der Ergebnisse kamen Mobilitätsreferent Georg Dunkel, der Bezirksausschuss sowie Vertreter*innen der Bürgerinitiative, Anwohnende und Gewerbetreibende bei einer Diskussion zu Wort. Die präsentierten Ergebnisse und das zusätzlich in der Informationsveranstaltung gesammelte Feedback fließen in die Beschlusserstellung ein, die Mitte des Jahres den politischen Gremien vorgelegt werden soll.