Luise-Kiesselbach-Tunnel-Sanierung


Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Sanierung und dauerhafte Wiederherstellung der Sicherheitssysteme des Luise-Kiesselbach-Tunnels.

Die kurze Antwort: Das Provisorium kann kein Dauerzustand werden.

Nachdem direkt nach dem Lkw-Brand Sofortmaßnahmen ergriffen wurden, um den Tunnel schnellstmöglich wieder freigeben zu können, ist nun die fachgerechte Betoninstandsetzung der Tunneldecke sowie die vollständige Erneuerung der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen Sicherheitssysteme (Brandmeldung, Kameras, BOS Funk, Einsprechanlage, Verkehrszeichen, Beleuchtung, Löschwasserleitung, Wandverkleidung, Fahrbahnbelag, Straßenmarkierung, Schutzplanken) erforderlich.

Da für die Dauer der Instandsetzungsarbeiten sicherheitsrelevante Überwachungssysteme wie Kameras, Brandmeldeeinrichtungen, Verkehrsüberwachungs- und Steuerungseinrichtungen sowie Löschwasserleitungen demontiert werden müssen, ist dafür eine vorübergehende Vollsperrung der Oströhre in Fahrtrichtung Nord notwendig. Die durch den Brand angegriffenen Bereiche der Tunneldecke werden unter anderem mit Hochdruckstrahlern bearbeitet, was einer vollständigen Einhausung des Arbeitsbereichs bedarf.

Reine Nacht- oder Wochenendarbeiten – die eine Vollsperrung hätten verhindern können – sind in diesem Fall nicht möglich, da während der Arbeiten die gesamte Sicherheitstechnik im Arbeitsbereich deinstalliert werden muss und damit in der Oströhre des Luise-Kiesselbach-Tunnels kein verkehrssicherer Betrieb gewährleistet ist. Ohne diese Sicherheitstechnik darf ein Tunnel nicht betrieben, sprich für den Verkehr geöffnet, werden.

Die Wahl des Zeitfensters im Juli 2026 ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung aller zuständigen staatlichen und städtischen Stellen – von Mobilitäts- und Baureferat der Landeshauptstadt München über Polizei, Feuerwehr, SWM/MVG, AWM und Deutsche Bahn bis hin zur Autobahn GmbH und dem Staatlichen Bauamt München II.

Für eine Vollsperrung der Oströhre des Luise-Kiesselbach-Tunnels benötigt es zwingend möglichst leistungsfähige Alternativrouten. Eine der wichtigsten Alternativrouten ist die Fürstenrieder Straße – allerdings nur wenn diese in nördlicher Richtung zweispurig befahrbar ist.

Aktuell ist die Fürstenrieder Straße durch die Bauarbeiten zur Tram-Westtangente auf nahezu gesamter Länge in beiden Fahrtrichtungen nur einspurig befahrbar. Es war deshalb ein Zeitfenster zu suchen, in dem die Baustelle so weit zurückgebaut werden konnte, um die Fürstenrieder Straße (Fahrtrichtung Nord) als Ausweichroute für den gesperrten Luise-Kiesselbach-Tunnels ertüchtigen zu können. Kein einfaches Unterfangen angesichts der eng getakteten Bauarbeiten für die Tram-Westtangente. Zudem wurden alle in Frage kommenden Zeitfenster mit anderen geplanten Baumaßnahmen in München und im Umland abgeglichen.

Die Sommerferien, die sich aufgrund des grundsätzlich geringeren Verkehrsaufkommens angeboten hätten, sind nach Abstimmung mit verschiedenen Partnern als Zeitraum für die Tunnelsperrung ebenfalls ausgeschieden:

So führt die Deutsche Bahn im August 2026 auf der Strecke zwischen Starnberg und München Bauarbeiten durch; Züge werden dabei durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) ersetzt. Dies betrifft neben der S-Bahnlinie S6 aus Tutzing/Starnberg auch die Regionalzüge aus dem Werdenfelser Land. Viele Pendler*innen werden auf das Auto ausweichen und die Autobahn A95 nutzen oder mit dem Busersatzverkehr fahren, der in Teilen ebenfalls über die Autobahn verkehrt. Bei diesem absehbar stark erhöhten Verkehrsaufkommen aus Richtung Süden ist eine Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels nicht darstellbar.

Nach den Sommerferien nimmt der Verkehr erfahrungsgemäß wieder zu, darüber hinaus kommt eine Baumaßnahme dieser Größenordnung während des Oktoberfests – mit mehr Besucher*innen und deutlich mehr Verkehr – nicht in Betracht. Daneben plant die Deutsche Bahn auch im Herbst zwei Streckensperrungen zwischen Starnberg und München.

Herausgekommen ist bei all diesen komplexen Abwägungen ein einmaliges Zeitfenster im Juli 2026, um die notwendigen Arbeiten im Luise-Kiesselbach-Tunnel durchzuführen und den Verkehr – im Vergleich zu allen anderen möglichen Zeiträumen zwischen 2025 und 2027 – so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Ja, die Sanierungsarbeiten sind umfassend und finden im Sperrzeitraum bereits im Schichtbetrieb rund um die Uhr statt. Schneller geht es nicht.

Die Arbeiten rein in Nacht- oder Wochenendarbeit durchzuführen ist aufgrund der Sicherheitstechnik, die vollständig abgebaut werden muss, nicht möglich.

Während der Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels wird der Verkehr zunächst über die Tunneloberfläche, insbesondere die Garmischer Straße, umgeleitet. Diese Umfahrung wird beschildert und Ampelschaltungen werden entsprechend angepasst. Darüber hinaus hat das Mobilitätsreferat zahlreiche Maßnahmen ergriffen – und mit allen Beteiligten abgestimmt, um die Auswirkungen der Sperrung so weit als möglich zu minimieren:

  • Teilrückbau der Baustelle Fürstenrieder Straße: Der Teilrückbau der Baustelle der Tram-Westtangente auf der Fürstenrieder Straße ermöglicht die Bereitstellung von zwei Fahrspuren in Fahrtrichtung Nord zwischen der Autobahn A95 / Ausfahrt Kreuzhof und der Autobahn A96. Auch der freilaufende Rechtsabbieger auf die Gerty-Spiess-Straße wird freigehalten.
  • Rückbau der Baustelle Boschetsrieder Straße: In der Boschetsrieder Straße wird die aktuelle baustellenbedingte Einbahnregelung temporär für den Zeitraum der Tunnelsperrung aufgehoben, sodass ein Zweirichtungsverkehr möglich ist.
  • Rückbau der Baustelle Wolfratshauser Straße: Auch in der Wolfratshauser Straße wird die aktuelle Baustelle zurückgebaut und wieder ein Zweirichtungsverkehr ermöglicht.
  • Optimierungen auf den oberirdischen Umfahrungsstrecken: Neben den Rückbaumaßnahmen von Baustellen auf möglichen Umfahrungs-/Ausweichstrecken werden diverse Ampelschaltungen angepasst, um den Verkehrsfluss zu optimieren. Außerdem werden gezielte Sperrungen eingerichtet, um den Verkehr auf dem Mittleren Ring zu dosieren, und Umleitungen ausgeschildert. Umfahrungsstrecken werden von anderen (neuen) Baustellen freigehalten.
  • Wegweisende Beschilderung und Kommunikation: Die Abstimmungen mit der Autobahn GmbH laufen bereits seit vergangenem Jahr. Auf den zuführenden Autobahnen und dem gesamten Mittleren Ring werden die Beschilderungen angepasst. Circa zwei Wochen vor Beginn der Sperrung werden etwa 50 LED-Tafeln als Vorhinweise auf die Sperrung des Tunnels aufgestellt. Die frühzeitig veröffentlichte Pressemitteilung von Bau- und Mobilitätsreferat sollte den Pendler*innen die Möglichkeit geben, sich auf die Änderungen einzustellen und alternative Routen zu planen. Parallel wurde die Information auch über die Sozialen Medien verbreitet, die Anwohnenden wurden direkt angeschrieben.

Auch wenn die Auswirkungen für den Verkehr im Vorfeld aufgrund von Modellberechnungen analysiert wurden und durch die beschriebenen Maßnahmen versucht wird, diesen bestmöglich zu begegnen, entwickelt sich der Umfahrungsverkehr bei Baustellen dieser Größenordnung oft sehr dynamisch und nicht immer vorhersehbar. Das Mobilitätsreferat wird die Situation in den ersten Tagen nach der Baustelleneinrichtung daher sehr genau beobachten und – wo nötig – nachsteuern.

Instandsetzungsarbeiten an der Donnersbergerbrücke

Bei beiden Baumaßnahmen – im Luise-Kiesselbach-Tunnel und an der Donnersbergerbrücke – handelt es sich um notwendige Sanierungs- beziehungsweise Instandsetzungsarbeiten, die jeweils für sich erhebliche verkehrliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Die Sanierung des Luise-Kiesselbach-Tunnels und die erste Bauphase der Instandsetzung der Donnersbergerbrücke wurden gezielt zusammengelegt, um die Beeinträchtigungen, die auf dem Mittleren Ring West im Juli spürbar sein werden, zu bündeln und nicht zeitlich aneinanderzureihen.

Denn durch die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels ist davon auszugehen, dass der Verkehr auf dem Mittleren Ring West im Juli insgesamt abnehmen wird, da sich die Verkehrsteilnehmenden alternative Routen suchen oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Dieser Effekt wird genutzt, um zeitgleich die Arbeiten an der Donnersbergerbrücke durchzuführen – da dort durch die Sperrung der Oströhre des Luise-Kiesselbach-Tunnels in Fahrtrichtung Nord ohnehin weniger Verkehr an der Brücke ankommt.

Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass die notwendigen Bauarbeiten spürbare Auswirkungen auf den Verkehr mit sich bringen werden, dann aber zumindest gebündelt im Monat Juli.

Brückensanierung an der Dachauer Straße

Die notwendige Brückensanierung an der Dachauer Straße ist schon lange für das aktuelle Zeitfenster eingeplant und eingetaktet, was eine Verschiebung schwierig gemacht hätte. Darüber hinaus hätte eine Verschiebung weitere Überschneidungen ausgelöst und die Beeinträchtigungen auf dem Mittleren Ring insgesamt zeitlich verlängert.

Auch hier ist die Tatsache, dass während der Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels mit weniger Verkehr auf dem Mittleren Ring West gerechnet wird, eher förderlich.

SEV auf den U-Bahnlinien U3 und U6

Die Baumaßnahmen der MVG auf den U-Bahnlinien U3 und U6 sind schon lange geplant und eingetaktet. Die Arbeiten an den U-Bahnhöfen sind dringend notwendig, um langfristig einen sicheren U-Bahn-Betrieb sicherstellen zu können und zudem mit der Dauer von über einem Jahr sehr umfangreich. Auch wenn die Fahrten mit verlängerten Reisezeiten verbunden sind, stehen SEV-Busse oder die regulären Busse der MVG sowie teils auch S-Bahn und Regionalzüge zur Umfahrung der gesperrten U-Bahnhöfe weiterhin zur Verfügung.

Das Baustellenmanagement im Mobilitätsreferat koordiniert planbare Baustellen verkehrlich und sorgt durch eine frühzeitige Abstimmung (oft mehrere Jahre im Vorfeld) dafür, dass öffentliche Baustellen im Hauptstraßennetz so aufeinander abgestimmt werden, dass die verkehrlichen Einschränkungen so gering wie möglich gehalten werden können. Hauptsächlich betrifft dies Baustellen des Baureferats, der SWM, der MVG und der MSE.