In München entsteht jeder fünfte Verkehrsunfall mit Verletzten beim Abbiegen. Die meisten davon werden von Kfz-Fahrenden verursacht. Die Regel ist klar: Geradeaus Radelnde und Zufußgehende haben Vorrang vor abbiegenden Fahrzeugen. Gleichzeitig ist es manchmal herausfordernd, aus dem Auto oder Lastwagen diese Stellen vollständig einzusehen.
An vier Münchner Kreuzungen kommt es besonders oft zu Abbiegeunfällen zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrenden. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, verbessert das Mobilitätsreferat an einigen Kreuzungen unter anderem Ampelschaltungen oder nimmt andere Anpassungen an der Infrastruktur vor (siehe Link in der gelben Infobox). Doch unabhängig von ihrer baulichen Gestaltung gehören Kreuzungen weltweit zu den anspruchsvollsten Bereichen im Straßenverkehr. Hier treffen verschiedene Verkehrsmittel aufeinander. Deshalb müssen Verkehrsteilnehmende an solchen Stellen besonders aufmerksam sein und aufeinander achtgeben
Hier setzt die Verkehrssicherheitskampagne Merci Dir mit der Aktion „Gemeinsam unverwundbar“ an: Gezielte Plakate und Piktogramme an den vier Hotspot-Kreuzungen machen alle Verkehrsteilnehmenden – insbesondere Kraftfahrzeugfahrer*innen und Radfahrende – auf die Abbiege-Situation aufmerksam. Die Botschaften motivieren dazu, aufeinander achtzugeben und erinnern an die wichtigsten Verhaltensweisen beim Abbiegen beziehungsweise Queren der Kreuzung. Denn mit vereinten Kräften können wir Konflikte beim Abbiegen verhindern. Wichtig ist unter anderem: Bremsbereit fahren, Schulterblick machen, auf Fehler anderer vorbereitet sein.
Tatsächlich tut die Mehrheit der Münchner*innen das in den meisten Fällen bereits und schützt damit sich und andere. Ziel der Intervention ist es, die wenigen Momente der Unachtsamkeit weiter zu reduzieren.

Der Maßnahme geht eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Mobilitätsreferats voraus, die mithilfe eines externen Instituts durchgeführt wurde. Dabei wurde untersucht, welche verkehrssicheren Verhaltensweisen an Münchner Kreuzungen bereits häufig durchgeführt werden und welche seltener vorkommen; außerdem wurde ermittelt, welche Gedanken und Vorstellungen bei Münchner Verkehrsteilnehmenden an Kreuzungen zu besonderer Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit führen.
Die daraus abgeleiteten Plakate und Botschaften hängen zunächst drei Wochen lang an zwei der vier Kreuzungen und anschließend weitere drei Wochen an den beiden anderen Standorten. Die gesamte Aktion wird wissenschaftlich evaluiert, um die Wirksamkeit zukünftiger Aktionen und Interventionen zu verbessern.