News vom 18. Januar 2023

Mobilitätsstrategie 2035

Wirtschaftsverkehr: Innovative Maßnahmen für die urbane Logistik

Wirtschaftsverkehr: Innovative Maßnahmen für die urbane Logistik

Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat erste Maßnahmen für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr beschlossen, die noch geprüft oder schon bald umgesetzt werden.

Mobilität ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der örtlichen Handwerks- und Wirtschaftsbetriebe. Der Anteil des Wirtschaftsverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet beträgt etwa ein Drittel, in der Altstadt sogar gut 60 Prozent. Für das Funktionieren einer Großstadt ist der Wirtschaftsverkehr daher wichtig und notwendig. Das vom Mobilitätsreferat gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden erarbeitete Maßnahmenpaket beinhaltet viele innovative Ansätze, um Münchens Wirtschaftsverkehr zu stärken und zu beschleunigen und zugleich die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Die nun beschlossenen Maßnahmen sind eine erste Etappe auf der „Road Map“ bis 2030 für den Wirtschaftsverkehr. Zusammen mit Vertreter*innen der Wirtschaft möchte die Stadt sie bis Ende 2023 umsetzen.

Im Bereich Lastenrad-Logistik soll bereits zur IAA 2023 im September ein sogenannter Radlogistik-Hub auf der Fläche des Münchner Viehhofs in Betrieb genommen werden. Verschiedene Radlieferdienste können diese Fläche gemeinsam nutzen, um ihre Waren auf der „letzten Meile“ mit dem Lastenrad anstatt mit dem Lieferwagen auszuliefern. Auch eine Auslieferung von Palettenware sowie bestimmten Gütern für Handwerk und Baustellen kann von hier erfolgen.

Weil es für Logistik-Unternehmen schwierig ist, geeignete Flächen für Lastenrad-Mikrodepots zu finden, sind einige Unternehmen bereits dazu übergegangen, ein größeres Fahrzeug zu parken, so dass sich die Lastenrad-Fahrer*innen daraus bedienen können. Ein „Logistiker-Parkausweis“ könnte dieses Vorgehen vereinfachen und effizienter machen und wird vom Mobilitätsreferat geprüft.

Digitale Lösungen können für Erleichterungen sorgen. Ein digitaler Logistikflächen-Marktplatz ermöglicht es künftig Logistikdienstleister*innen, freistehende Flächen oder Räume in der Innenstadt zu mieten. Das Mobilitätsreferat unterstützt die Software-Entwicklung, im Frühjahr soll der Betrieb im Stadtbezirk 5 (Au-Haidhausen) getestet werden.

Auch die Integration von Parkausweisen für Handwerker und gewerbliche Anlieger*innen in die Handy-Parken-App wird geprüft, da eine Digitalisierung des Ausweises derzeit aus rechtlichen Gründen noch nicht möglich ist. Das Mobilitätsreferat hat zudem Parkhausbetreiber*innen und Handwerkerinnungen vernetzt, damit Handwerker*innen mit kleineren Kfz in Parkhäusern parken können. Erste Mietverträge konnten bereits geschlossen werden. Derzeit werden Möglichkeiten geprüft, wie diese Anmietungen gefördert werden könnten.

Die Förderung eines Leasings von spezialisierten Handwerker-Lastenrädern und das Sharing von größeren Lieferfahrzeugen für Handwerksbetriebe wird ebenfalls geprüft.

Pakete könnten künftig in sogenannten München-Boxen angeliefert und von den Empfänger*innen abgeholt werden. Die Paketboxen stehen allen Anbieter*innen offen. Sie bieten allen Münchner*innen eine gebündelte Abholmöglichkeit ihrer Sendungen in einem 300-Meter-Radius. Das Mobilitätsreferat möchte hier in Zusammenarbeit mit anderen Referaten ein Netz von öffentlich zugänglichen, gut erreichbaren Standorten erarbeiten.

Im Herbst wurden bereits erste wichtige Sofortmaßnahmen, wie 28 neue Parkplätze für den Wirtschaftsverkehr in der Altstadt, umgesetzt. Weitere fünf folgen im Frühjahr. Auch außerhalb der Altstadt sollen künftig mehr Parkplätze für den Wirtschaftsverkehr entstehen, eine neue Beschilderungs- und Markierungsregelung wird dafür erarbeitet. In zwei Stadtbezirken mit hohem Wirtschaftsverkehrsaufkommen und Parkdruck sollen bis Herbst 2023 neue Stellplätze ausgewiesen werden, die Erkenntnisse sollen dann auf das restliche Stadtgebiet übertragen werden.

Die urbane Logistik ist ein Teilbereich der Mobilitätsstrategie 2035, mit der die Stadt München wichtige Ziele verfolgt:

  • München soll in Zukunft nachhaltig und effizient ver- und entsorgt,
  • die lokale Wirtschaft soll gefördert,
  • Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität sollen erhöht und
  • die Emissionen sollen bis 2035 deutlich reduziert werden.

Die vom Mobilitätsreferat vorgeschlagenen und nun vom Stadtrat beschlossenen Projekte und Konzepte wurden in enger Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer für München und Oberbayern, dem Handelsverband Bayern, dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband – DEHOGA Bayern, CityPartner München und einer Vielzahl von Logistik-Dienstleistern erarbeitet.

Ende 2023 wird das Mobilitätsreferat dem Stadtrat die Ergebnisse der Prüfungen präsentieren sowie die konkret geplanten Maßnahmen und Ressourcen benennen. Auch ein Güterverkehrskonzept soll als zweiter Teil der Wirtschaftsverkehrsstrategie erarbeitet werden; die erforderlichen Gutachterleistungen werden Ende 2023 ausgeschrieben.

 

 

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