Paketaufkommen, Klimaziele, Parkdruck: Mit dem Maßnahmenkatalog will die Stadt München auf die Herausforderungen für dienstleistende Betriebe reagieren. Ziel ist ein (flächen-)effizienter, leiser und bis 2035 nahezu emissionsfreier Wirtschaftsverkehr, ohne Ver- und Entsorgungssicherheit der Bürger*innen und Unternehmen.
Mit dem Beschluss zur „Teilstrategie Wirtschaftsverkehr – Urbane Logistik“ im Januar 2023 hatte der Stadtrat die Erarbeitung einer Strategie für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr beschlossen. In mehreren Workshops mit den wichtigsten Stakeholdern hat das Mobilitätsreferat die „Roadmap Urbane Logistik 2035“ entwickelt – einen mehrstufigen Plan für den urbanen Wirtschaftsverkehr bis 2035. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Roadmap befasst und das Mobilitätsreferat einstimmig mit der Weiterentwicklung beauftragt.
Die „Roadmap Urbane Logistik“ nimmt die Liefer-, Lade- und Handwerksverkehre im Stadtgebiet München, insbesondere in den hochverdichteten Innenstadtgebieten sowie im Bereich der historischen Altstadt, in den Fokus. Der Katalog beschreibt konkrete Maßnahmen, die sich in drei zeitliche Phasen bis 2035 gliedern und sieben Handlungsfelder umfassen – vom effektiven Flächenmanagement durch Ausbau und Digitalisierung von 2L (Laden, Liefern)- und 3L (Laden, Liefern, Leisten)-Zonen über den Ausbau anbieteroffener Übergabepunkte bis hin zum kommunalen Logistikmanagement.
Die Handlungsfelder sollen durch konkrete Maßnahmen und Projekte mit Leben gefüllt werden. So ist etwa geplant, das Netz an sogenannten Mikro-Depots und anderer Infrastruktur für die Radlogistik weiter auszubauen. Auch das Konzept der anbieteroffenen Paketstationen, der „München Boxen“, soll weiter ausgerollt werden. Daneben ist der Ausbau der Zonen für Laden, Liefern und Leisten im Stadtgebiet geplant. Um Fehlbeparkungen der Zonen zu vermeiden, wurde außerdem an der Optimierung der Markierung und Beschilderung der Zonen, beispielsweise durch die Erweiterung um den Schriftzug „Lieferzone“, gearbeitet. Es erfolgt nun eine Evaluierung der Wirksamkeit.
In einem anderen Pilotprojekt sollen zudem die Möglichkeiten der Digitalisierung von Lieferzonen getestet werden. Weil es zur besseren Nutzung der begrenzt verfügbaren Flächen im Stadtgebiet wichtig ist, Lieferfahrzeuge möglichst effizient zu nutzen und Leerfahrten zu vermeiden, erfolgt die Prüfung von Maßnahmen, die eine Integration von Ver- und Entsorgung ermöglichen. Auch durch eine Bündelung von Sendungen auf der letzten und vorletzten Meile – vom Depot zu den Endkund*innen beziehungsweise vom Verteilzentrum zu kleineren Depots – lassen sich Kapazitäten besser nutzen. Dafür sollen KI-gestützte Lösungen getestet werden.
Die „Roadmap Urbane Logistik 2035“ stellt eine strategische Grundausichtung dar. Die Handlungsfelder und Projekte sollen fortlaufend und in Abstimmung mit den beteiligten Akteur*innen unter anderem in einem Runden Tisch Wirtschaftsverkehr weiterentwickelt werden. Seit Herbst 2025 wird zudem gemeinsam mit den Stakeholdern an einem Konzept für den schweren Güterverkehr gearbeitet.