MINGA

Automatisierung und digitale Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs in München

ÖPNV-Beschleunigung

In München erhalten viele Ampeln, die von Bussen und Straßenbahnen genutzt werden, bereits eine Vorrangschaltung, damit der öffentliche Nahverkehr schneller vorankommt. Bisher funktioniert das über ein Funksystem: Busse melden sich bei der Ampel an und können so bevorzugt Grün bekommen. Rund 80 Prozent der entsprechenden Ampeln sind bereits so ausgestattet. Dadurch wird gewährleistet, dass der ÖPNV flüssig durch den Stadtverkehr kommt und weniger Verspätungen aufkommen. Das Projekt MINGA modernisiert hierfür die Ampelsteuerung an ausgewählten Stellen für Busse und nutzt für die Priorisierung neue Nachrichtentypen. Die bisherige Technik ist zuverlässig, kann aber noch nicht alle Anforderungen der Zukunft erfüllen – zum Beispiel für autonome Busse. Die neue digitale Lösung soll den Nahverkehr noch effizienter machen und die Fahrer*innen bei der Fahrt noch besser unterstützen.

Ein besonderer Vorteil: Die Ampeln können mit der neuen Technologie jetzt auch Rückmeldungen an die Busse senden. So wissen die Fahrer*innen genau, wie sich die Ampel verhält, und können ihre Fahrt besser anpassen. Im Testgebiet wird die digitale Steuerung an drei Kreuzungen auf der Linie 178 ausprobiert. Spezielle Funkmodule, sogenannte Road Side Units (RSU), sorgen dafür, dass Busse gezielt Grün anfordern können und gleichzeitig Informationen von der Ampel zurückgesendet bekommen.

Während der Erprobung im Linienbetrieb werden die Systeme laufend überprüft und verbessert. Ziel ist es, die Qualität und Zuverlässigkeit der bisherigen analogen Systeme zu erhalten, gleichzeitig aber die Voraussetzungen für zukünftige Technologien zu schaffen. Außerdem sollen die Wartezeiten an Kreuzungen verkürzt, der Verkehrsfluss verbessert und der öffentliche Nahverkehr insgesamt noch attraktiver gemacht werden. Langfristig legt die digitale Ampelpriorisierung damit die Grundlage für einen modernen, vernetzten und zukunftsfähigen Nahverkehr in München.

 

Projektpartner*innen:

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