Mehr Merci Dir auf Münchens Straßen

Ein kleiner Trick mit großer Wirkung

Dooring-Unfälle vermeiden: Mit dem Schulterblick alles im Griff

Ein kurzer Blick über die Schulter, ein Moment Geduld – oft sind es genau diese kleinen Dinge, die im Straßenverkehr darüber entscheiden, ob alle sicher ans Ziel kommen.

Besonders beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto entstehen immer wieder gefährliche Situationen: Wenn Autofahrende oder Mitfahrende eine Fahrzeugtür öffnen, während zum Beispiel jemand mit einem Fahrrad oder einem E-Tretroller vorbeifährt, bleibt kaum Zeit zu reagieren. Genau dann passiert häufig ein sogenannter Dooring-Unfall – ein Zusammenstoß mit der geöffneten Fahrzeugtür, der schwere Folgen haben kann.

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Auch in München kommt es immer wieder zu solchen Unfällen: Zwischen 2017 und 2025 wurden 1.171 Dooring-Unfälle registriert, bei denen 80 Menschen schwer und 1.087 leicht verletzt wurden. Viele dieser Unfälle lassen sich jedoch durch ein aufmerksames und rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr vermeiden.

Der Schulterblick beim Aussteigen

Wer eine Fahrzeugtür öffnet, muss darauf achten, dass niemand gefährdet wird. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor (§ 14 StVO). Beim Öffnen einer Tür in den Verkehrsraum müssen Fahrzeuginsassen besonders vorsichtig sein. Ein kurzer Schulterblick, bevor die Tür geöffnet wird, kann helfen, Radfahrende oder E-Tretrollerfahrende rechtzeitig zu sehen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

Eine einfache Methode, die dabei unterstützen kann, ist der sogenannte „holländische Griff“: Hierbei öffnet die aussteigende Person die Tür mit der Hand, die weiter vom Griff entfernt ist – vom Fahrersitz aus also mit der rechten Hand. Dadurch dreht sich der Oberkörper automatisch nach hinten und beim Blick durch das Fenster ist viel besser erkennbar, ob sich zum Beispiel jemand auf dem Fahrrad nähert.

Wichtig ist außerdem, dass die Tür langsam und kontrolliert geöffnet wird. So haben andere Verkehrsteilnehmende mehr Zeit, sicher zu reagieren.

Und auch die Mitfahrenden sollten beim Ein- und Aussteigen achtsam sein: Ein kurzer Hinweis oder ein Merksatz wie „Schulterblick ist immer schick“ kann dabei helfen, daran zu erinnern.

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Natürlich hilft es zusätzlich, wenn wir alle aufmerksam unterwegs sind, auch Radfahrende und E-Tretrollerfahrende selber: etwa durch ausreichenden Abstand zu parkenden Autos und ein vorausschauendes Fahren. So lassen sich mögliche Gefahrensituationen oft frühzeitig erkennen.

Mehr Sicherheit durch Infrastruktur

Neben dem aufmerksamem Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden trägt die Gestaltung des Straßenraums zur Sicherheit bei. Die Landeshauptstadt München gestaltet Radwege und Fahrradstraßen zunehmend so, dass Radfahrende und E-Tretrollerfahrende mehr Abstand zu parkenden Autos haben. Ein wichtiges Element sind die sogenannte Sicherheitstrennstreifen – ein markierter Bereich zwischen parkenden Autos und dem Radverkehr. Dieser sorgt dafür, dass Radfahrende außerhalb der sogenannten Dooring-Zone unterwegs sind.

Damit dieser Bereich gut sichtbar bleibt, wird er an vielen Stellen zusätzlich als schraffierte Sperrfläche markiert, die nicht beparkt werden darf.

Bauliche Maßnahmen und aufmerksames Verhalten ergänzen sich. Was wir alle tun können: Aufeinander achten! Denn viele Dooring-Unfälle lassen sich vermeiden – wenn Aussteigende mit einem Schulterblick und dem richtigen Griff die Autotür öffnen.

Merci Dir für den Schulterblick!

Dooring-Unfälle vermeiden: Mit dem Schulterblick alles im Griff
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