Überblick über die Beteiligung

Digitale Veranstaltungsreihe: Sommerstraßen 2021

Digitale Veranstaltungsreihe: Sommerstraßen 2021

Die Sommerstraßen wurden im vergangenen Sommer sehr positiv aufgenommen - für die Neuauflage im Sommer 2021 beteiligte das Mobilitätsreferat die Bewohner*innen vor Ort mit einer Reihe von digitalen Informationsveranstaltungen, um sich über den Stand der Planungen und Anregungen auszutauschen. Ein Überblick der einzelnen Veranstaltungen.  

Westenriederstraße
Bei der Beteiligung zur Sommerstraße in der Westenriederstraße konnten Anwohnende, Gewerbetreibende und interessierte Nutzer*innen einen genaueren Blick auf die bisherige Planung für den Sommer 2021 richten. Mit dabei war auch die Vorsitzende des Bezirksausschusses 1 Altstadt-Lehel sowie Vertreter*innen des Mobilitätsreferats. 

Die Westenrieder Straße war bereits im Jahr 2020 eine Sommerstraße, entsprechend standen Erfahrungswerte vom Vorjahr im Vordergrund der Gespräche. Dabei konnten viele Rückfragen der Bürger*innen zu Details der Planung und Anforderungen an die Gestaltung und Organisation geklärt werden. Grundsätzlich war das Feedback der Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Gastronomen zu den Erfahrungen aus dem Vorjahr sehr positiv. Es wurde betont, dass durch die erhöhte Aufenthaltsqualität sowohl Anlieger*innen aus der Nachbarschaft als auch Kund*innen und Gäste profitieren, die den gewonnenen Raum für Spiel, Erholung oder als Treffpunkt nutzen.

Auf der Wunschliste für die Neuauflage standen regelmäßige Kulturveranstaltungen, stärkere Nutzungsmöglichkeiten für Gastronomie und Einzelhandel, auch wurden konkrete Anregungen für die Gestaltung weiterer Sitzgelegenheiten und die Bepflanzung gegeben. Zudem wurde vorgeschlagen, die Sommerstraßen auch über 2021 hinaus zu verstetigen: Dies würde die Planungssicherheit vor Ort erhöhen und damit dafür sorgen, dass sich die Gewerbetreibenden stärker beteiligen können. Weitere Anregungen betrafen den organisatorischen Umgang mit dem lokalen Müllaufkommen sowie die bessere Lenkung des trotz der Verkehrsberuhigung weiter bestehenden Durchfahrtsverkehrs. 

Südliche Auffahrtsallee
Die Planungen für die Sommerstraße in der Südlichen Auffahrtsallee wurden gemeinsam mit Anwohner*innen, interessierten Nutzer*innen und Mitgliedern des Bezirksausschuss intensiv besprochen. Die Verwaltung war durch Mitarbeiter*innen des Mobilitäts-, Bau- und Sozialreferats vertreten.  

Zur konkreten Umsetzung der Straßen gab es kleinere Anmerkungen, zum Beispiel für die Planung der Eingangsbereiche. Diese und weitere Anmerkungen wird die Verwaltung in der weiteren Planung berücksichtigen. Darüber hinaus wurden die Möglichkeiten zur temporären Möblierung intensiv nachgefragt, die Nutzungsmöglichkeiten der Sommerstraße wurden breit diskutiert. Die beiden jüngsten Teilnehmenden wünschten sich an dieser Stelle mehr Platz zum Scooterfahren. 

Im weiteren Verlauf der Beteiligung stellte sich heraus, dass es im Quartier zwei Themen mit besonderer Relevanz für die Anwohner*innen gibt, auch wenn sie nicht direkt mit der Sommerstraße beziehungsweise deren Nutzung zu tun haben: Erstens wurden die Wirkungen auf das Straßennetz sowie die Parkplatzsituation im Viertel diskutiert. Zweitens wurde die bekannte Problematik rund um den beliebten Treffpunkt Gerner Brücke angesprochen. Dieser ist für viele Anwohner*innen eine Quelle von Lärm und unbeliebten Hinterlassenschaften. Dieses schon lange präsente Thema, das auch durch das Sozialreferat mit dem Allparteilichen Konliktmanagement in München (AKIM) bearbeitet wird, beeinflusste auch die kontroverse, aber jederzeit wertschätzende Diskussion um die benachbarte Sommerstraße intensiv. Lebendige öffentliche Räume erfordern, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Hierzu gehört ein ständiger und fortgesetzter Austausch, zu dem Bezirksauschuss und Verwaltung im Rahmen der Veranstaltung auch für die Zukunft eingeladen haben.

Kurfürstenstraße
Die Teilnehmenden führten insgesamt eine wertschätzende und lösungsorientierte Diskussion zum Thema. Die Sommerstraße soll als Ort der Erholung, des Spiels und als Treffpunkt für unterschiedliche Nutzungsgruppen funktionieren. Die anwesenden Anwohner*innen und Akteur*innen zeigten einen besonders großen Gestaltungswillen um die Aufenthaltsqualität zu steigern und gemeinsam einen attraktiven Ort der Begegnung zu schaffen.

Befürchtungen zur intensivierten Nutzung spätabends und nachts sowie zu einem stärkeren Müllaufkommen wurden thematisiert und zielgerichtet besprochen. Wie in anderen städtischen Freiräumen sind die Nutzer*innen angehalten selbstverantwortlich und rücksichtsvoll mit anderen umzugehen. Sollten sich Konfliktpotenziale abzeichnen, so kann Unterstützung durch das Allparteiliche Konfliktmanagement AKIM sowie durch den Abfallwirtschaftsbetrieb hinzugezogen werden.

Franziska-Reindl-Platz
Die geführte Diskussion zeigte: Die Sommerstraße bietet als Experiment die Möglichkeit, den Platz für einen begrenzten Zeitraum neu zu entdecken und für individuelle Ansprüche zu gestalten. Kulturelle Veranstaltungen, Konzerte oder Spielnachmittage könnten den Mehrwert und die neugewonnenen Spielräume aufzeigen. Anliegende und interessierte Einzelpersonen sowie Vereine können sich in Eigeninitiative für eine wertvolle und vielfältige Bespielung des Platzes engagieren. Damit kann das Quartier, das auch als “Dorf in der Stadt” wahrgenommen wird, einen neuen Treffpunkt der Nachbarschaft gewinnen, der die großzügigen aber stark frequentierten Erholungsräume an der Isar ergänzt. Es wurde der Wunsch nach stärkerer Kommunikation der Hintergründe und Möglichkeiten des neu gewonnenen Platzes geäußert.

Neben positiven und interessierten Rückmeldungen zu Nutzungsmöglichkeiten des verkehrsberuhigten Platzes gab es auch kritische Rückmeldungen zur Standortwahl. Bedenken betrafen den aktuell starken Durchgangsverkehr und erhöhte Geschwindigkeiten.

Schneckenburgerstraße
Zur Schneckenburgerstraße wurde eine wertschätzende, offene Diskussion geführt. Es gab sowohl kritische als auch positive Stimmen. Zu Beginn wurden vor allem die  grundsätzlich schwierige Parkplatzsituation und der Wunsch nach einer dauerhaften Verkehrsberuhigung intensiv diskutiert. Aufgrund der hohen Zahl an Familien mit Kindern im Gebiet und dem dadurch grundsätzlich überlaufenen Spielplatz gab es aber eine klar positive Haltung für die Sommerstraße.

Die Bereitstellung von Ausweichparkplätzen für reines Bewohnerparken in der Nigerstraße während der Sommerstraße wurde sehr begrüßt. Gewünscht wurden Angebote für “generationenübergreifendes Spielen” wie beispielsweise eine Tischtennisplatte oder eine Boulebahn. Dabei wurde insbesondere darauf hingewiesen, Jugendliche und die Bewohner*innen des nahen Pflegeheims mitzudenken. Zudem wurden mögliche Lärmprobleme und die fehlenden Sanitäranlagen angesprochen.

Nietzschestraße
Das Mobilitätsreferat stellte zwei Varianten für die Umsetzung der Sommerstraße vor, die sich in der Anzahl der temporär entfallenden Stellplätze unterscheiden. Die Veranstaltungsteilnehmenden waren sich schnell einig, dass die Bedürfnisse der Familien mit Kindern überwiegen und der Parkplatzdruck darüber hinaus hier auch nicht sehr groß sei. Beides spricht für die Variante mit dem zeitlich befristeten größeren Stellplatzentfall. 

Neben dem Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten wurde die Idee geäußert, die Sommerstraße mit dem Carl-Mezger-Platz und dessen Nutzung zusammen zu denken. Unter den Teilnehmer*innen dominierte eine sehr positive Grundhaltung und die Vorfreude auf die Sommerstraße. Alle offenen Fragen konnten schnell geklärt werden.

Apianstraße
Bei der Veranstaltung wurde der Wunsch nach einem früheren Beginn der Sommerstraße geäußert. Diese Diskussion wird im Bezirksausschuss noch einmal geführt werden, da der Entfall von Parkplätzen über den Zeitraum der Sommerferien hinaus dort unterschiedlich bewertet wird. Entschärft werden könnte es nach Meinung der Veranstaltungsteilnehmer*innen, wenn die Apianstraße weniger als Dauerparkplatz für Wohnmobile genutzt werden würde. Dies kann über die aufmerksamere Einhaltung der bestehenden Vorschriften erreicht werden.

Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Sommerstraße und für eventuelle Parklets durch Anwohner*innen wurden intensiv und positiv besprochen. Im Anschluss an den konstruktive Austausch enstand eine Diskussion über die längerfristige Nutzungsmöglichkeiten der nordöstlichen Wendeschleife und des kleinen Platzes hin zur Clemensstraße. Hier äußerten die Teilnehmenden besonders Interesse an Urban Gardening und einer stärkeren Begrünung.

„Zugspitzplatz“
Die Ecke zwischen St.-Martin-Straße, Zugspitzstraße und Alpenstraße wird inoffiziell als Zugspitzplatz bezeichnet. Die Veranstaltungsteilnehmenden waren mehrheitlich der Meinung, dass dieser Ort ein attraktiver Platz sein könnte, aber es aktuell nicht ist. Die Einrichtung der Sommerstraße an einem Schenkel des dreieckigen Platzes wurde daher sehr begrüßt, wobei viele Anwohnende eine größere, mutigere und auch dauerhafte Lösung befürworten würden. Es entstand in den Diskussionen das gemeinsame Bild der Sommerstraße als sinnvollen ersten Schritt, der aber von weiteren gefolgt werden sollte. Daraus resultierte der weiterführende Auftrag, eine längerfristige Perspektive für einen Nachbarschaftsplatz zu erarbeiten.
 
Wichtige Diskussionsthemen waren der Aufenthalt und eventuelle nächtliche Ruhestörungen, mangelnde Verkehrssicherheit und Übersichtlichkeit sowie die  Gestaltungsmöglichkeiten durch die Nutzer*innen. Zudem wurden einige kleine, aber nützliche Verbesserungsvorschläge benannt. Einige Anwohner*innen knüpften Kontakt mit dem Bezirksausschuss um die Bespielung mit Kultur, temporäre Möblierungen und Urban Gardening lokal zu koordinieren.
 
Schöttlstraße
Das Gespräch zur Schöttlstraße fand in einem kleinen Kreis sehr engagierter und bereits gut vernetzter Anwohner*innen statt. Die Gestaltung der Sommerstraße wurde kritisch geprüft, aber mit Ausnahme kleiner Verbesserungen für gut befunden. Im Zentrum stand das Potenzial, diese Straße zu einem belebten Mittelpunkt des umgebenden Quartiers zu machen und sehr vielfältige Nutzer*innen-Gruppen zusammenzubringen.
 
Aus dem hohen Engagement und der Kreativität der Anwohnenden entstand im Dialog mit dem Bezirksausschuss eine Vielzahl an Ideen für den Sommer. Auch knüpfte sich ein lokales Netzwerk an Interessierten, das in einem Ladenbüro gegenüber des dortigen Gebetshauses einen Anlaufpunkt finden kann. So entstanden in dieser Sitzung sehr viele positive Verknüpfungen – in einer geselligen und humorvollen Grundstimmung, die die Möglichkeiten der Sommerstraße Schöttlstraße als Ort gelebter Nachbarschaft aufgezeigt hat.
 
Holzplatz
Der Holzplatz wurde mit starkem Bezug zur übergeordneten Entwicklung und größeren Themen im Viertel diskutiert. Zwar besteht grundsätzlich der Wunsch nach mehr qualitativen Freiräumen und Platz für Anwohner*innen und Aktivitäten, aber der Aspekt des nächtlichen Feierns wurde auch kritisch thematisiert. Aktuell besteht bei einigen wenigen Anwohner*innen ein gewisser Leidensdruck, die eine Entwicklung ähnlich der am Gärtnerplatz befürchten. Die gute Kooperation mit den lokalen Gastronom*innen wurde aber gelobt und gemeinsam mit der Arbeit des Allparteilichen Konliktmanagement in München (AKIM) als wichtiger Baustein für ein Gelingen des Projekts gesehen. Die Teilnehmer*innen sahen eine kontinuierliche Kommunikation und die Vermittlung zwischen verschiedenen Nutzer*innengruppen als äußerst wichtig für das Gelingen der Sommerstraße an. Zusammenfassend wurde die Sommerstraße als wichtiges Experiment für die Zukunft des Platzes gesehen, das durch Verwaltung und Bezirksausschuss aufmerksam begleitet werden soll, um im Notfall reagieren zu können.
 
Zur Ausgestaltung der Sommerstraße tauschten sich die Veranstaltungsteilnehmer*innen über Fahrradabstellmöglichkeiten, Bepflanzungen und die Bespielung der Aktionsfläche aus. Sowohl zur temporären Sommerstraße als auch vor allem zur längerfristigen Gestaltung gab es zahlreiche Stimmen, die eine mutige und umfassende Umgestaltung anregten.

 

In der gelben Infobox finden Sie die allgemeinen Präsentationsfolien, die in den Veranstaltungen gezeigen wurden

 

Nützliche Infos