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Pressemitteilung vom 28. Januar 2026
Pressemitteilung

Roadmap Urbane Logistik

Mit dem Beschluss zur „Teilstrategie Wirtschaftsverkehr – Urbane Logistik“ im Januar 2023 hatte der Stadtrat die Erarbeitung einer Strategie für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr beschlossen. In mehreren Workshops mit den wichtigsten Stakeholdern hat das Mobilitätsreferat die „Roadmap Urbane Logistik 2035“ entwickelt – einen mehrstufigen Plan für den urbanen Wirtschaftsverkehr bis 2035.

Foto: LHM/MOR, Marienhagen/ John

Roadmap Urbane Logistik

Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Roadmap befasst und das Mobilitätsreferat einstimmig mit der Weiterentwicklung beauftragt.

Mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog will die Stadt München in der „Roadmap Urbane Logistik 2035“ auf das wachsende Paketaufkommen, die ambitionierten Klimaziele sowie den hohen Parkdruck reagieren, mit dem dienstleistende Betriebe zu kämpfen haben. Das Ziel dabei ist es, den Wirtschaftsverkehr (flächen-)effizienter, leiser und bis 2035 nahezu emissionsfrei zu gestalten – ohne die Ver- und Entsorgungssicherheit der Bürger*innen und Unternehmen zu gefährden. Die Roadmap nimmt dabei die Liefer-, Lade- und Handwerksverkehre im Stadtgebiet, insbesondere in den hochverdichteten Innenstadtgebieten sowie im Bereich der historischen Altstadt, in den Fokus.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Handwerks- und Lieferbetriebe müssen möglichst nah am Kunden parken können. Das vermeidet nervenaufreibende Park-Such-Verkehre und reduziert die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner. Nicht alles kann mit dem Lastenrad bis zur Tür gebracht werden und gerade Handwerker brauchen kurze Wege, um schnell mit allen Geräten vor Ort sein zu können. Deshalb halte ich es für absolut wichtig, hier mit einem großen Maßnahmenpaket auf die unterschiedlichen Anforderungen einzugehen und dieses gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden und -kammern weiterzuentwickeln.“

Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Mit der Roadmap wollen wir dazu beitragen, den Liefer- und Dienstleistungsverkehr zu modernisieren und eine effiziente, flächensparende und saubere Logistik als Rückgrat unserer Wirtschaft fördern. Gerade durch die Digitalisierung haben wir hier heute deutlich mehr Möglichkeiten als noch vor ein paar Jahren. Und die Entwicklung geht weiter – weshalb es uns wichtig ist, die Roadmap in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden und -kammern weiterzuentwickeln. Denn die Logistik nimmt auch eine Schlüsselrolle dabei ein, das Ziel der Landeshauptstadt München, bis 2035 klimaneutral zu werden, zu erreichen.“

Die „Roadmap Urbane Logistik“ beschreibt konkrete Maßnahmen, die sich in drei zeitliche Phasen bis 2035 gliedern und sieben Handlungsfelder umfassen – vom effektiven Flächenmanagement durch Ausbau und Digitalisierung von 2L (Laden, Liefern)- und 3L (Laden, Liefern, Leisten)-Zonen über den Ausbau anbieteroffener Übergabepunkte bis hin zum kommunalen Logistikmanagement.

Die Handlungsfelder sollen durch konkrete Maßnahmen und Projekte mit Leben gefüllt werden. So ist etwa geplant, das Netz an sogenannten Mikro-Depots und anderer Infrastruktur für die Radlogistik weiter auszubauen. Auch das Konzept der anbieteroffenen Paketstationen, der „München Boxen“, soll weiter ausgerollt werden. Daneben ist der Ausbau der Zonen für Laden, Liefern und Leisten im Stadtgebiet geplant. Um Fehlbeparkungen der Zonen zu vermeiden, wurde außerdem an der Optimierung der Markierung und Beschilderung der Zonen gearbeitet. Unter anderem wurde die Markierung einiger Zonen im Stadtgebiet bereits um den Schriftzug „Lieferzone“ erweitert. Die Wirksamkeit wird nun evaluiert.

In einem anderen Pilotprojekt sollen zudem die Möglichkeiten der Digitalisierung von Lieferzonen getestet werden. Weil es zur besseren Nutzung der begrenzt verfügbaren Flächen im Stadtgebiet wichtig ist, dass Lieferfahrzeuge möglichst effizient genutzt und Leerfahrten vermieden werden, sollen Maßnahmen geprüft werden, die eine Integration von Ver- und Entsorgung ermöglichen. Auch durch eine Bündelung von Sendungen auf der letzten und vorletzten Meile – vom Depot zu den Endkund*innen beziehungsweise vom Verteilzentrum zu kleineren Depots – können Kapazitäten besser genutzt werden. Dafür sollen KI-gestützte Lösungen getestet werden.

Die „Roadmap Urbane Logistik 2035“ stellt eine strategische Grundausrichtung dar. Die Handlungsfelder und Projekte sollen fortlaufend und in Abstimmung mit den beteiligten Akteur*innen unter anderem in einem Runden Tisch Wirtschaftsverkehr weiterentwickelt werden. Seit Herbst 2025 wird zudem gemeinsam mit den Stakeholdern an einem Konzept für den schweren Güterverkehr gearbeitet.