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Pressemitteilung vom 22. April 2026
Pressemitteilung

Martin-Luther-Straße: Grünes Licht für feste Radweg-Markierung

In seiner heutigen Sitzung hat sich der Mobilitätsausschuss des Stadtrats mit den Evaluationsergebnissen des Verkehrsversuchs mit Gelbmarkierung in der Martin-Luther-Straße befasst und die Umsetzung einer kostengünstigeren Vorzugsvariante beschlossen.

Foto: LHM/MOR, DobnerAngermann

Martin-Luther-Straße: Grünes Licht für feste Radweg-Markierung

Die Kosten dafür liegen bei 0,8 bis 1,3 Millionen Euro und sollen aus der Nahmobilitätspauschale finanziert werden. Die Gelbmarkierung bleibt bis zur baulichen Umsetzung bestehen.

Seit der Einrichtung des Verkehrsversuchs im November 2023 steht dem Kfz-Verkehr in der Martin-Luther-Straße eine Fahrspur pro Richtung mit angrenzendem Radfahrstreifen zur Verfügung, der teilweise mit einer Sperrmarkierung von der Fahrbahn abgetrennt ist. Vor der Kreuzung am Giesinger Berg und in der Ichostraße sowie ab dem südlichen Ende der Martin-Luther-Straße erfolgen mittels Gelbmarkierung Fahrspurreduzierungen, um die geordnete Einfädelung in eine Fahrspur sicherzustellen. Zählungen an der Kreuzung Martin-Luther-/ Icho-/ Silberhornstraße / Giesinger Berg im Oktober 2023 sowie im Juli 2025 zeigen, dass sich das Kfz-Aufkommen trotz der Spurreduzierung auf nahezu demselben Niveau befindet wie vor der Gelbmarkierung.

Trotz der verminderten Fahrspuren ist die Leistungsfähigkeit des Knotens weiterhin gegeben, der Verkehr weicht nicht auf andere Strecken aus. Gleichzeitig hat der Radverkehr zugenommen: An zwei Zähltagen im Sommer 2025 waren trotz Regenwetter 18 beziehungsweise 27 Prozent mehr Radfahrende gegenüber einer Zählung von vor der Gelbmarkierung unterwegs.

Um die Qualität des Verkehrsflusses bewerten zu können, wurden zudem Echtzeitverkehrsdaten ausgewertet. Die Daten werden aus GPS-Daten von Navigationsgeräten erhoben. Etwa auf der Strecke vom Kolumbusplatz zur Silberhornstraße konnte eine Geschwindigkeitsreduzierung um 0 bis maximal 6 km/h festgestellt werden, was eine Fahrzeitverlängerung von 5 bis 15 Sekunden bedeutet. Diese wird als verträglich bewertet. Auch bei den im Umfeld der Martin-Luther-Straße verkehrenden Tram- und Buslinien konnten keine signifikanten Fahrzeitveränderungen festgestellt werden.

Eine Stellungnahme der Polizei zeigt, dass das Unfallgeschehen für den Kfz-Verkehr nach der Einrichtung der Gelbmarkierung auf ähnlichem Niveau geblieben ist. Unfälle mit Radfahrbeteiligung wurden nicht aufgenommen. Angesichts dieser Zahlen und Erhebungen hat der Mobilitätsausschuss die dauerhafte Umgestaltung der Martin-Luther-Straße gemäß der neuen, kostengünstigeren Variante beschlossen. Dabei bleiben die Gehwege im Bestand erhalten, die Radwege werden auf beiden Seiten auf Fahrbahnniveau geführt.

Die Abgrenzung zur Fahrbahn bzw. zur Längsparkbucht erfolgt mittels baulicher Elemente. Die Abgrenzungen sind jeweils erhöht und haben in regelmäßigen Abständen Unterbrechungen, damit das Niederschlagswasser in die bestehende Entwässerungsrinne entlang der Hochbordkante fließen kann. Der Radweg wird rund 2,15 Meter breit sein. Auf der Westseite wechseln sich zwischen Wirtstraße und Weinbauernstraße Längsparkplätze und Baumpflanzungen ab. Am Knoten Martin-Luther-/ Wirt-/Tegernseer Landstraße ist die ursprünglich geplante Zweirichtungsradfurt über die Martin-Luther-Straße nur als Einrichtungsradfurt von Ost nach West möglich; wenige Meter südlich davon ist eine Radfurt von West nach Ost ohnehin vorgesehen. Gleichzeitig soll zudem eine Deckensanierung durchgeführt werden.

Bürgermeister Dominik Krause: „An der Martin-Luther-Straße und Ichostraße sind viele Schulkinder unterwegs, deshalb ist es wichtig, dort dauerhaft für sichere Wege zu sorgen. Ich freue mich, dass der Stadtrat nun grünes Licht gegeben hat für eine feste Markierung des Radwegs, die noch dazu kostengünstig ist.“

Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Der Verkehrsversuch in der Martin-Luther-Straße hat gezeigt, dass der Kfz-Verkehr weiterhin fließen und zugleich ein deutliches Mehr an Sicherheit vor allem für den Fuß- und Radverkehr erreicht werden kann. Ich freue mich, dass der Stadtrat der dauerhaften Umgestaltung heute zugestimmt hat. Mit dem Umbau wird eine wichtige Lücke des Münchner Radwegenetzes geschlossen.“

Im April 2023 hatte der Stadtrat beschlossen, die Bedarfs- und Konzeptgenehmigung für die neue Raumaufteilung von Martin-Luther-Straße und Giesinger Berg inklusive der Kreuzung Icho- und Silberhornstraße in zwei Abschnitte zu unterteilen (Vorlage 20-26 / V07398; https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/7298792): Für den Giesinger Berg und den Knotenpunkt Silberhorn-/Ichostraße wurde das Baureferat mit der baulichen Umsetzung der vorgestellten Variante 1 beauftragt, wofür die Arbeiten jüngst gestartet sind. Für den Abschnitt Martin-Luther-Straße zwischen Tegernseer Landstraße 135 und Knotenpunkt Ichostraße wurde beschlossen, temporär Radwege in Gelb zu markieren, den Versuch auszuwerten und diese Auswertung dem Stadtrat vorzulegen.