Eine Auftaktveranstaltung für Anwohnende und Gewerbetreibende am gestrigen Abend gab den Startschuss für einen mehrstufigen Beteiligungsprozess zur weiteren Ausarbeitung von konkreten Maßnahmen zur künftigen Gestaltung des öffentlichen Raums in der östlichen Altstadt im Rahmen des Projekts „Altstadt für alle“.
Den rund 60 interessierten Anwohner*innen und Gewerbetreibenden wurden neben dem aktuellen Planungsstand auch der geplante Ablauf für den weiteren Beteiligungsprozess vorgestellt. Im Anschluss hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Pläne in Kleingruppen zu diskutieren und erste Anregungen und Ideen einzubringen.
In den jeweiligen Gruppen standen Mitarbeiter*innen des Mobilitätsreferats für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Insbesondere wurden die Möglichkeit für bürgerschaftliches Engagement bei der Gestaltung von Freiflächen, die Notwendigkeit und Verortung von Anwohnerparkplätzen und die Schaffung von konsumfreien Aufenthaltsräumen diskutiert. Konkrete Anmerkungen gab es unter anderem zur künftigen Gestaltung des Tals sowie zu einer fußgängerfreundlicheren Ausgestaltung der Maximilianstraße.
2. Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Begrünung, gute Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität: Wie organisieren wir den begrenzten öffentlichen Raum so, dass verschiedenste Bedürfnisse berücksichtigt werden und unsere Stadt für alle besser funktioniert? Genau um diese Frage geht es bei der „Altstadt für alle“. Denn gute Stadtentwicklung entsteht nicht im Elfenbeinturm einer Verwaltung und auch nicht allein im Stadtrat. Sie entsteht im Austausch mit den Menschen vor Ort. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit der gestrigen Auftaktveranstaltung den bisherigen intensiven Beteiligungsprozess der vergangenen Jahre nun in der östlichen Altstadt für das Graggenauer Viertel und das östliche Angerviertel weiterführen.“
Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Dem kann ich mich nur anschließen: Ich freue mich sehr, dass die Beteiligung zur Gestaltung der östlichen Altstadt nun gestartet ist und wir der Vision der „Altstadt für alle“ wieder einen Schritt näherkommen. Dabei möchte ich mich vor allem auch bei den Anwohnenden und Gewerbetreibenden für ihr Engagement bedanken! Nur gemeinsam kann eine „Altstadt für alle“ gelingen und nur durch Ihr Mitwirken können die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Ich bin gespannt, welche Ergebnisse des Prozesses wir hoffentlich schon ab dem kommenden Jahr im öffentlichen Raum sehen werden.“
Im Dezember 2025 hat der Stadtrat mit dem „(Park-)Raumkonzept zur Neuaufteilung des öffentlichen Straßenraums“ eine Art Werkzeugkoffer beschlossen, um die Altstadt schrittweise umzugestalten. Auf Basis dieses Beschlusses sollen nun städtebauliche Verkehrskonzepte mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung in vier Teilbereichen erarbeitet werden, beginnend mit der östlichen Altstadt (Graggenauer Viertel / östliches Angerviertel). Hierzu findet zwischen Juni und Dezember 2026 eine umfangreiche Beteiligung statt. Das Ziel dabei ist es, lokales Wissen, die gelebten Nutzungen und daraus entstehende (Wechsel-)Wirkungen sowie die Anforderungen und Bedarfe beispielsweise von Anwohnenden und Anliegenden zu sammeln und zu übertragen.
Zur Entwicklung des städtebaulichen Verkehrskonzepte werden die Straßen einzeln betrachtet und jeweils geeignete kurz- und mittelfristige Maßnahmen erarbeitet. Anschließend entscheidet der Stadtrat über die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen, die sukzessive Umsetzung erster Maßnahmen ist dann ab 2027 geplant. Anschließend soll die Beteiligung für den zweiten Teilbereich „Hackenviertel / westliches Angerviertel“ starten.
Der erste Workshop zur Gestaltung der östlichen Altstadt mit dem Schwerpunkt „Herrnstraße / Stollbergstraße“ ist für Ende Juni 2026 angesetzt. Darauf folgen Workshops zum Tal und der Maximilianstraße. Über die Workshops werden die Anwohnenden und Gewerbetreibenden der jeweiligen Schwerpunkte per Hauswurfsendung informiert und eingeladen. Nach den Sommerferien wird die Beteiligung weitergeführt: In der östlichen Altstadt sind Informationsstände, an denen auch Besucher*innen der östlichen Altstadt ihre Meinungen einbringen können, und Beteiligungsformate zu konkreten Maßnahmen geplant.
Das Projekt „Altstadt für alle“ verfolgt das Ziel den öffentlichen Raum zeitgemäß neu zu ordnen und diesen für alle Nutzenden zugänglich und attraktiv zu gestalten. Ziel ist es, langfristig eine gemeinwohlorientierte, verkehrssichere und barrierefreie Altstadt zu entwickeln, die gleichzeitig für alle erreichbar ist; auch für den Handel, die Logistik, die Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe, für Kultur-, Bildungs-, Gastronomie- und Tourismusbetriebe sowie für den Gesundheitssektor. Der Parkraum wird hierfür neu geordnet. Durchfahrts- und Parksuchverkehr in der Altstadt sollen durch das neue Konzept reduziert werden.