Mobilität neu denken

CIVITAS ECCENTRIC München

CIVITAS ECCENTRIC München

Die Landeshauptstadt München führte im Zeitraum September 2016 bis November 2020 eines der europäischen Leuchtturmprojekte zum Thema umweltfreundliche und innovative Mobilität durch - das EU-Projekt CIVITAS ECCENTRIC.

Im EU-Projekt CIVITAS ECCENTRIC arbeitete München zusammen mit den vier Partnerstädten Madrid, Stockholm, Turku und Ruse an nachhaltigen Lösungen für eine zukunftsorientierte Mobilität in Siedlungen am Stadtrand. In den fünf Städten wurden zusammen 51 Maßnahmen umgesetzt, die mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert wurden.

Vier Millionen Euro aus der Fördersumme flossen nach München, wo der räumliche Fokus aller Maßnahmen auf dem schnell wachsenden Münchner Norden lag - hier speziell auf dem Quartier Domagkpark/ Parkstadt Schwabing. Ziel war es, den Bewohner*innen und den dort Erwerbstätigen ein umfassendes, zukunftsorientiertes und flexibles Mobilitätsangebot anzubieten. So wurden Möglichkeiten geschaffen, auf ein privates Auto zu verzichten, den Parkdruck und das Verkehrsaufkommen in den Wohnvierteln zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu steigern.

Speziell in München wurden 12 Maßnahmen in den Bereichen Car-Sharing, Bike-Sharing, Elektromobilität, Multimodalität, Mobilitätsmanagement, City-Logistik, Verkehrssicherheit und deren Einbindung in die Stadt- und Verkehrsplanung erprobt und evaluiert. Die Projektleitung lag beim Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt. Partner waren das Referat für Arbeit und Wirtschaft, Green City e.V, sowie die Quartiersgenossenschaft Domagkpark. Die Techni­sche Universität München begleitete das Projekt über die ge­samte Dauer wissenschaftlich. Auch das Refe­rat für Stadtplanung und Bauordnung war eng eingebunden.

Ergebnisse und Mehrwert für München

Die Endbeurteilung des Projekts fällt in allen fünf Partnerstädten positiv aus.

Generell gilt, dass die Entscheidung, die Maßnahmen auf Stadtviertel in Stadt­randlagen zu konzentrieren - bis dahin kaum betrachtete städtische Räume - Pioniercharakter und enorme Relevanz für die Zukunft hat. Die gesammelten Projekt-Ergebnisse sind von grundlegender Bedeutung für die weitere Planung für zukunftsorientierte und stadtverträgliche Mobilität in anderen Münchner Neubau­vierteln (wie etwa dem Prinz-Eugen-Park, der Bayernkaserne oder Freiham).

Eine zentraler Faktor für den Erfolg des Projekts war die gute und enge Zusam­menarbeit von Projektpartnern und Stakeholdern während der gesamten Projektlaufzeit. Die politische Rückendeckung, wie das Be­kenntnis zur Verkehrswende durch die Mehrheit des Stadtrats im Jahr 2019, erleichterte die Umsetzung und Akzep­tanz der  Maßnahmen. Die Tatsache, dass das Projekt erlaubte, im Kleinen Maßnahmen auspro­bieren, neue Wege gehen und Innovationen im geschützten Testrahmen direkt auf die Straße bringen, war extrem hilfreich, für einen schnellen Erkenntnisgewinn.

Interessant ist auch der Blick auf die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen in CIVITAS ECCENTRIC München: Das Bild ist gemischt hinsichtlich Realisierung und Wir­kungseffekten. Einige Maßnahmen konn­ten nicht wie geplant in der Praxis er­probt werden, da sich beispielsweise Verzögerungen bei der Entwicklung mit Auftragneh­menden, technische Hürden oder ander­weitige Probleme auftaten, die innerhalb des Projektzeitrahmens nicht lösbar waren. Diese Barrieren lieferten aber wichtige Erkenntnisse für künftige Projekte. Die weiteren Maß­nahmen wurden hinsichtlich ihres Um­setzungserfolgs und Potenzials für die Skalierung und Replikation bewertet. Besonders positiv erweisen sich in diesem Zusammenhang alle Aktivitäten, deren Umsetzung sich in den Verkehrs- und Mobilitäts­strategien der Münchner Politik wie­derfinden. Hierzu zählt beispielsweise das Mobilitätsmanagement, für das der Münchner Stadt­rat im Jahr 2019 eine münchenweite Umsetzung unter der neu entwickelten Dachmarke „München unterwegs“ beschlossen hat. Außerdem lieferten die in CIVITAS EC­CENTRIC erprobten soft­warebasierten Verkehrssicherheitsmaß­nahmen, die sich vor allem auf die Verhinderung von Unfällen konzentrierten, wichtige Ergebnisse zur Realisierung des vom Stadtrat 2019 beschlossenen Verkehrssicherheitskonzepts „Vision Zero“. Mit Hilfe dieses Konzepts, sollen Verkehrstote im Straßenverkehr gänzlich verhindert werden können.

Im Jahr 2021 wird der Stadtrat die stadt­weite Planung von Shared Mobility Angeboten beschließen. Der Beschluss wird sich neben den Ergeb­nisse aus CIVITAS ECCENTRIC auch auf die Erkenntnisse aus den beiden parallel gelaufenen Modellprojekte City2Share und Smar­terTogether stützen, die allesamt Mo­bilitätsstationen erprobt haben.

Nützliche Infos

  • Projektabschlussbroschüre (derzeit in Arbeit)

Kontakt

Mobilitätsreferat, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
kontakt@muenchenunterwegs.de